Besuch der Charité Entrepreneurship Summit 2016 in Berlin

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Besuch der Charité Entrepreneurship Summit 2016 in Berlin

Vom 26. bis 27. Mai fand das neunte Charité Entrepreneurship Summit in Berlin statt. Thorsten Feldmann war vor Ort und schildert seine Eindrücke.

„Mit meiner professionellen Erfahrung aus 12 Jahren Computerspiele-Industrie ist der Besuch eines Events im Bereich digital health eine spannende Sache. Ich lerne dabei sehr viel über eine für mich neue Industrie und treffe viele neue Menschen und Akteure. Spannend ist es wohl auch gerade deshalb, weil ich die digitale Transformation der Healthcare-Branche mit einem eigenen Blickwinkel, dem eines Außenseiters, betrachte. 

Computerspiele waren schon immer digital

Dieser Kerl heißt Myon, präsentiert von Manfred Hild von der Beuth Hochschule für Technik Berlin

Dieser Kerl heißt Myon, präsentiert von Manfred Hild von der Beuth Hochschule für Technik Berlin

Dazu ist es wichtig zu verstehen, dass unsere Industrie von Beginn an digital funktioniert hat und diese Art der Transformation nicht durchlaufen musste. Dafür haben wir in der Spieleindustrie andere Herausforderungen. Eine davon ist sicherlich die unendlich scheinende Anzahl neuer Spiele, die jeden Tag auf den Markt gebracht werden, ohne dass dabei ältere Spiele wieder verschwinden. Diesen starken Wettbewerb können sich viele Entwickler und Publisher nicht mehr leisten. Aus diesem Verdrängungswettbewerb heraus werden neue Geschäftsfelder geboren und Nischen besetzt. Die gewachsene Popularität von Computerspielen im Massenmarkt hat uns aber auch dazu verholfen, in anderen Industrien als dynamisches Medium wahrgenommen zu werden. 

Beyond the pill
Die Hintergründe möchte ich verstehen, die Probleme, mit denen sich Pharma, Medizintechnikfirmen und Krankenhäuser im Rahmen der digitalen Transformation beschäftigen müssen. Dabei höre ich auch auf dieser Konferenz wiederkehrend die gleichen Begriffe. Ob nun value based medicine, patient engagement oder personlized medicine. Alle sprechen für mich die gleiche Sprache: Stetig steigende Krankheitskosten und unsere alternde Bevölkerung mit steigendem Anspruch in der Versorgung verlangen nach kostengünstigeren Prozessen und Behandlungsmethoden. Dabei werden sich auch Geschäftsmodelle verändern – here we are: beyond the pill!

Die Zukunft
Bereits heute sind wir digital. Und zwar wesentlich stärker als man meint, wenn man dem Vortrag eines IT-Leiters eines Krankenhauses zuhört. Doch was wird eigentlich von uns erwartet, um die Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen? Wir werden älter und leben wie zuvor; das kann nicht funktionieren. Und genau hier setzen viele digitale Konzepte an. Es geht unweigerlich darum, den Patienten in die Prozesskette von Arzt, Pharma und KV einzubeziehen und ihn zum mündigen Manager seiner eigenen Gesundheit zu ernennen und zu befähigen.

Der Patient in fünf Jahren sollte seine Patientenakte per share-button an jeden weiteren Arzt senden können und seine eigenen Gesundheitswerte vermessen. Arztgespräche finden online über Video-Chat statt und machen 70% aller Arztbesuche überflüssig. Mit digital gestützten Präventionsprogrammen wollen wir Call-Center überflüssig machen und durch echte Incentivierungen möglicherweise die Compliance-Raten über 40% bringen. Der Patient bekommt neue digitale Werkzeuge, die ihn besser verstehen lassen. Verständnis ist der erste wichtige Schritt zu einer Verhaltensänderung. Und Letztere wird es auf Patientenseite brauchen, um sich aus diesem Schema zu lösen.

Eine Momentaufnahme
So bildete das Charité Entrepreneurship Summit erneut eine spannende Momentaufnahme einer Branche, die unter Druck steht und dabei immer noch versucht, alte Geschäftsmodelle zu verteidigen. Es macht Spaß dabei die scheinbar unendliche Dynamik junger Entrepreneure zu beobachten, die mit alt eingesessenen Pharma-Experten angeregt diskutieren und vorherrschende Paradigmen zum Umkippen bringen. Genau diese Energie brauchen wir. Mit Thera Bytes möchte ich spielerische Konzepte im digital health Spektrum realisieren und über die Kraft dieses Medium aufklären. Denn Spiele schaffen Verständnis.“

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